Müssen Sie täglich aufzeichnen?

In manchen Branchen ist die tägliche Zeiterfassung Gesetz — kontrolliert vom Zoll, bußgeldbewehrt.

Kurz-Check

Trifft eines davon auf Sie zu? Dann gilt § 17 MiLoG: Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags, spätestens nach 7 Tagen erfasst, 2 Jahre aufbewahrt.

🍽️ Gastgewerbe 🧱 Bau & Handwerk 🧹 Gebäudereinigung 🚚 Spedition & Logistik 🛡️ Wach- & Sicherheit 👤 Minijobber — in jeder Branche
🍽️
§ 17 MiLoG

Gastgewerbe

Restaurant, Imbiss, Hotel, Café — die am häufigsten geprüfte Branche. Doppelt betroffen, wenn Minijobber beschäftigt sind.

Typisch in der Praxis
  • Zettel neben der Kasse, am Monatsende ausgefüllt — häufigster Beanstandungsgrund
  • Aushilfen ohne Dienstgerät, die keine App installieren wollen
  • Schichten, die sich kurzfristig ändern
🧱
§ 17 MiLoG

Bau & Handwerk

Die Leute sind auf der Baustelle, nicht im Betrieb. Schwerpunktbranche der Finanzkontrolle Schwarzarbeit.

Typisch in der Praxis
  • Wer direkt zur Montage fährt, kommt am Terminal nicht vorbei
  • Geprüft wird auch vor Ort auf der Baustelle
  • Gemischte Verträge: Vollzeit, Teilzeit, Aushilfen nebeneinander
🧹
§ 17 MiLoG

Gebäudereinigung

Höchste Minijob-Quote überhaupt. Verteilte Objekte, oft allein und ohne Vorgesetzten vor Ort.

Typisch in der Praxis
  • Niemand beobachtet, wann tatsächlich begonnen wurde
  • Mindestlohn-Einhaltung ohne Stundennachweis nicht belegbar
  • Mehrere Objekte, früh morgens oder abends
🚚
§ 17 MiLoG

Spedition & Logistik

Fahrer unterwegs, Lagerpersonal im Schichtbetrieb — zwei Erfassungssituationen in einem Unternehmen.

Typisch in der Praxis
  • Lenk- und Ruhezeiten kommen zusätzlich hinzu, ersetzen MiLoG aber nicht
  • Schichtbeginn im Lager vs. Tourstart beim Fahrer
🛡️
§ 17 MiLoG

Wach- & Sicherheit

Schichtdienst rund um die Uhr, wechselnde Objekte, Nachtschichten über Mitternacht hinaus.

Typisch in der Praxis
  • Schichten über zwei Kalendertage — häufigste technische Fehlerquelle
  • Systeme, die den Tag um 0:00 beenden, erzeugen falsche Salden
  • Viele Teilzeitkräfte an verteilten Objekten
👤
Branchenunabhängig

Minijobber

Beschäftigen Sie geringfügig Beschäftigte, gilt § 17 MiLoG für diese Personen — egal in welcher Branche.

Und wenn Sie gar nicht betroffen sind?
  • Die Pflicht gilt trotzdem, nur in anderer Form
  • BAG-Beschluss 13.09.2022: alle Arbeitgeber brauchen ein Erfassungssystem
  • Der Unterschied: tägliche Aufzeichnung, 7-Tage-Frist und Zoll-Kontrolle

Was konkret gefordert ist

1
Täglich, nicht rückwirkendSpätestens 7 Tage nach dem Arbeitstag — monatliche Rekonstruktion genügt nicht.
2
Beginn, Ende und DauerNicht nur die Gesamtstunden, sondern die konkreten Zeiten.
3
Pausen nachvollziehbarOhne dokumentierte Pause ist § 4 ArbZG nicht belegbar.
4
Zwei Jahre abrufbar§ 16 Abs. 2 ArbZG und § 17 MiLoG schreiben die Aufbewahrung vor.
5
Sofort vorlegbarDer Zoll prüft unangekündigt und erwartet die Unterlagen vor Ort.

Wie StundenApp das abdeckt

💳NFC-Karte am Terminal — ohne App, ohne Passwort, ohne Privathandy.
💻Fernzugriff für Außeneinsätze — pro Mitarbeiter freischaltbar.
☕Pflichtpausen automatisch nach § 4 ArbZG.
👥Vier Vertragsmodelle nebeneinander, inkl. stundenbasiert.
📄PDF-Stundenzettel auf Knopfdruck — der Nachweis für die Prüfung.
🔐Änderungen protokolliert — mit Zeitpunkt und Bearbeiter.

Hinweis: Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung. Die Einordnung Ihres Betriebs sollte im Zweifel mit dem Steuerberater geklärt werden. Ausführlich zur Rechtslage: Wer muss Arbeitszeit erfassen?

Häufige Fragen

Reicht ein Stundenzettel aus Papier?

Formal ja — § 17 MiLoG schreibt keine elektronische Form vor. In der Praxis scheitern Papierlösungen an der 7-Tage-Frist und an der Lesbarkeit. Bei einer Prüfung zählt, ob die Aufzeichnung zeitnah entstanden ist.

Was passiert bei einer Zoll-Prüfung?

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit prüft unangekündigt und verlangt die Aufzeichnungen vor Ort. Fehlende oder unvollständige Aufzeichnungen sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach § 21 MiLoG mit Bußgeldern geahndet werden.

Gilt die Pflicht auch für mitarbeitende Familienangehörige?

Für Ehegatten, eingetragene Lebenspartner sowie Kinder und Eltern des Arbeitgebers sieht § 17 MiLoG eine Ausnahme vor. Die allgemeine Erfassungspflicht aus dem BAG-Beschluss bleibt davon unberührt.

Wie schnell ist so ein System eingeführt?

Der technische Teil dauert einen Nachmittag: Mitarbeiter anlegen, Karten ausgeben, Terminal aufstellen. Länger dauert erfahrungsgemäß die Abstimmung, wie Pausen und Zuschläge im Betrieb gehandhabt werden.

In einer dieser Branchen tätig?

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